Eine intergalaktische Geschichte über Denken, Täuschung und das Wunder der Kooperation
Joha-Na, eine vogelartige Dadoin vom Planeten Eder, wächst in einer Welt auf, in der Kooperation selbstverständlich ist und Bewusstsein eher schwingt als plant. Weit entfernt davon, sich für die Krone der Schöpfung zu halten, entdeckt sie das Fliegen – nach außen, nach innen, und irgendwann: zur Erde.
Dort trifft sie auf Alberto, einen Menschen mit Hang zur Systematik und Sehnsucht nach Sinn. Zwischen ihnen entspinnt sich ein Dialog zwischen Arten, Denkweisen und Welten – über das Leben, das Denken, das Täuschen und das Staunen.
In poetisch-humorvollen Bildern erzählt Die Vogelartige und das Spiel des Bewusstseins von der Evolution als Spielplatz des Geistes:
von Dados, die sich gegenseitig fliegen helfen,
von Menschen, die ihre Modelle wichtiger nehmen als die Welt und von der Ahnung, dass Bewusstsein vielleicht weniger eine Krone als eine Feder ist – leicht, schön, und nur nützlich, solange sie in Bewegung bleibt.
Ein Roman über das Erwachen des Denkens, das Verlieren der Gewissheit und die Frage, wie viel Humor das Universum wirklich verträgt.
Leseprobe 1: Joha-Na entdeckt die Welt
Joha-Na hebt den Kopf und spürt, wie der Wind ihre Federn sortiert.
Sie weiß nicht, dass das der Beginn ihres Denkens ist.
Wenn Dados etwas zum ersten Mal begreifen, ist es selten ein Gedanke.
Es ist eher ein Gefühl, ein leichtes Verrücken im Inneren, ein Luftzug im Bewusstsein.
Sie sieht den Himmel nicht als Decke, sondern als Einladung.
Und sie fliegt nicht, um von etwas wegzukommen, sondern um dorthin zu gelangen, wo sie noch nie gewesen ist.
Es könnte auch anders sein, denkt sie plötzlich.
Und weil dieser Gedanke sich gut anfühlt, bleibt er.
Genau dort beginnt die Bewegung, die später Bewusstsein heißen wird.
Leseprobe 2 – Das Gehirn erklärt sich selbst
„Das Gehirn ist ganz stolz auf sich“, sagt Alberto und zeigt auf die Projektion.
„Es hat ein Modell von der Welt gebaut und glaubt nun, die Welt verstanden zu haben.“
Max nickt ernst. „Es könnte auch anders sein“, sagt er.
„Vielleicht versteht das Gehirn nur sein eigenes Modell.“
Alberto lächelt. „Ja. Und das Modell versteht sich selbst noch weniger.“
Auf dem Bildschirm erscheinen Linien, Knoten, Muster – ein neuronales Feuerwerk.
„Wahrscheinlich ist das Gehirn das einzige Organ, das glaubt, es sei mehr als ein Organ“, sagt Max.
„Und das ist vielleicht seine größte Täuschung.“
Sie sehen sich an, und für einen Moment spürt jeder von ihnen etwas wie Klarheit.
Aber Klarheit ist flüchtig.
Das Gehirn mag sich selbst erklären.
Aber glauben sollte man ihm nicht alles.
Zitate aus dem Buch
„Joha-Na fällt nicht. Sie gibt nur kurz das Fliegen auf.
Das ist ein großer Unterschied – vor allem für jemanden, der gelernt hat, dass Erkenntnis manchmal von unten kommt.“
„Die Dados kennen kein Drama.
Sie kennen nur Übergänge.
Vielleicht ist das der Grund, warum sie so leicht leben.“
„Ich sehe Sie nicht mehr“, sagt Max ruhig. „Ich erkenne nur noch schemenhafte Umrisse, höre ein diffuses Murmeln. Ich weiß, dass da draußen etwas ist, aber ich kann es nicht erfassen. Erkenntnis endet immer genau hier: an der Oberfläche einer durchsichtigen Haut.“
„Ich habe mir das Gehirn schon oft von oben angesehen. Von hier unten wirkt es mächtig – ehrfurchteinflößend, geradezu gottgleich.
Aber es könnte auch anders sein.“
„Die Menschen reden viel vom freien Willen.
Dabei sind sie kaum frei – und selten willig.
Sie nennen es Verantwortung, aber meistens ist es Gewohnheit.“
Mitfliegen? Sehr gern.
Wenn Sie die Vogelartige begleiten möchten – im Denken, im Kopfflug und im Spiel des Bewusstseins – führt der nächste Schritt direkt zum Buch.
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